Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa (ATIB)
Selbstdarstellung der Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa (ATIB)
Diese Menschen hatten Bedürfnisse verschiedener Art und meldeten sich immer stärker zu Wort. Um ihre sozialen, kulturellen und religiösen Bedürfnisse nach innen und außen zu artikulieren, gründeten sie verschiedene Vereine. Diese regional begrenzt arbeitenden Vereine stießen mit der Zeit bei Fragen, welche die existentiellen Probleme der türkischen Mitbürger in dieser für sie fremden Gesellschaft betrafen, an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Im Oktober 1987 trafen sich Vertreter türkischer Kultur-, Sozial-, Freundschafts- und Sportverbände in Nieder-Olm/Mainz und gründeten die Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa e.V., kurz ATİB, mit Sitz in Köln. Zweck Zweck der Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine e.V. (ATİB) ist die Förderung der Völkerverständigung. ATİB setzt sich für Toleranz und Freundschaft ein, um ein gemeinsames Leben in der Gesellschaft ohne Isolation und Diskriminierung zu ermöglichen. Das Ziel ist die kulturelle, religiöse Identität zu pflegen, zu bewahren und sie als Bereicherung in die deutsche Gesellschaft zu integrieren. Grundsätze
Gemeinnützigkeit
Die ATİB ist gemeinnützig und verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts steuerbegünstigte Zwecke der Abgabenordnung.
ATİB finanziert sich ausschließlich aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen, aus Ertrag von Veranstaltungen und aus dem Verkauf von Büchern, Zeitschriften und Video-/Musikkassetten.
ATİB verbindet alle Mitgliedsvereine gleichen Zieles und arbeitet auf dieser Ebene mit Behörden, Institutionen und ähnlichen Dachverbänden in Holland, Belgien, Schweiz, Österreich, Frankreich, Dänemark und England, sowie mit dem Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD), Rat der Türkischen Staatsbürger in Deutschland (RTS), der von Studenten in Deutschland gegründeten İnterAkademİ , der durch Ärzte in Deutschland gegründeten Türkisch-Deutsche Gesundheits-Stiftung e.V. und der Stiftung Türkisch-İslamische Hilfe, sowie durch das Muslimisches Hilfswerk (MHW), das sich der in Deutschland und im Ausland lebenden muslimischen Gemeindemitgliedern in Trauerfällen und den damit verbundenen sozialen Fragen annimmt, zusammen.
Aktivitäten Zu den wesentlichen Aufgaben der ATIB zählen die Unterstützung der in Europa lebenden türkischen Mitbürger bei der Lösung von Problemen in sozialen, kulturellen, religiösen und sprachlichen Bereichen. Ein besonderes Augenmerk gilt der Ausarbeitung von Lösungen der Probleme im Bereich der Bildung (Schulen und Hochschulen). Dabei befasst sich die ATIB mit Hochschulproblemen der in Europa studierenden Türken und sucht nach Lösungsmöglichkeiten, wobei wir die Kooperation mit zuständigen Behörden anstreben. Es werden Informationen gesammelt und weitergegeben. Außerdem organisiert die ATIB Studienreisen, veranstaltet Konferenzen, Seminare und Tagungen, um den Studenten Einblicke in die Entwicklungen der Technik, Geisteswissenschaften und Wissenschaft durch Vorträge von Fachkräften aus der Politik, Industrie, Wirtschaft und Wissenschaft zu ermöglichen. Um den türkischen Mitbürgern besser helfen zu können, achtet die ATIB auf gute Beziehungen zu Ausländer- und sonstigen Behörden sowie Kultur- und Schulämtern. Türkische Arbeitnehmer werden in Arbeits-, Renten-, Fort-, Aus- und Weiterbildungsfragen beraten. Um die Sprachkenntnisse zu erweitern, bietet die ATIB staatlich anerkannte Sprachkurse an. Ein staatlich anerkannter Dolmetscher-Dienst hilft bei Schriftverkehr mit Ämtern und Behörden. Die Erfahrungen, die ATIB bei diesen Aktivitäten macht, werden an alle angeschlossenen Vereine weitergegeben. Um eine gesellschaftliche Isolation zu verhindern, werden weiter Kultur- und Volksabende, sowie İslamwochen, Ausländerwochen, Bücherausstellungen und Sportveranstaltungen organisiert. Übergeordnetes Ziel ist die Integration der türkischen Minderheıt in das Land, das für viele von uns schon zu einer Heimat geworden ist.
Informationsseminare Mitgliedern werden an wechselnden Orten Wochenendseminare angeboten, wo sie sich im Rahmen von Vorträgen und Diskussionen über die neuesten gesellschaftlichen Entwicklungen informiert können.
Bildungsarbeit für Jugendliche Die Bildungsarbeit für Jugendliche ist eine der Schwerpunkte unter den Aktivitäten der ATIB. Die ATIB fördert die Bildung von Jugendlichen, indem sie z.Bsp. jedes Jahr in den Schulferien Bildungsseminare veranstaltet. In den Seminaren werden den Teilnehmern unter anderem folgende Themen durch Fachleute vermittelt:
Studien- und Kulturreisen
Jedes Jahr organisiert die ATIB in den Osterferien eine Rundreise für Jugendliche in die Türkei. Pädagogisch geschulte Personen, mit entsprechenden kulturellen Türkeikenntnissen, begleiten die teilnehmenden Jugendlichen, und geben ihnen einen Einblick in das gesellschaftliche Leben der Türkei. Dadurch lernen die Jugendlichen die Tradition und die Mentalität vor Ort besser kennen, und eventuell vorhandene Vorurteile können erkannt und abgebaut werden. Gleichzeitig werden hier Kontakte zwischen den Jugendlichen in beiden Ländern geknüpft. Außerdem veranstaltet die ATIB für ihre Mitglieder und Studenten Studienreisen in die Türkei, Turkrepubliken sowie Balkanländer und andere Gebiete.
Podiumsdiskussionen Für die bessere Aufklärung der Mitglieder und der Öffentlichkeit veranstaltet die ATIB von Zeit zu Zeit Podiumsdiskussionen über aktuelle Themen in Deutschland. Einige Themen der bis heute durchgeführten Podiumsdiskussionen:
Vorträge von Gastrednern und Diskussionen zu den Themen multikulturelle Gesellschaft:
Weitere Vorgetragene Themen waren:
Konferenzen und Seminare
Kultur und Religion ATIB organisiert Informations- veranstaltungen über den Islam, die türkische Kultur, die Türkei und die Turkrepubliken. Als Beispiele lassen sich hier die mit deutschen Muslimen durchgeführte Frankfurter Islam-Woche, Türkischkurse für Deutsche, Wettbewerb der türkischen Dichter und Schriftsteller in Europa, Vorträge über die historisch-türkische Heilmusik mit anschließenden Konzerten (mit Doz. Dr. Rahmi Oruç Güvenç) und Programme zur Vorstellung der türkischen Kunst und Literatur nennen.
Organisation der Pilgerfahrt Die Pilgerfahrt ist für alle Muslime, die dazu in der Lage sind, eine bindende Pflicht, die sie mindestens einmal im Leben erfüllen sollen. Da die Vorbereitung einer solchen Pilgerfahrt für einen einzelnen in Europa lebenden Muslim mit sehr großen Schwierigkeiten verbunden ist, betreut ATIB die Gemeindemitglieder bei der Organisation und Durchführung der jährlichen Pilgerfahrten.
Folklore und Theatergruppe In vielen Mitgliedsgemeinden der ATIB werden außer den anderen Kulturaktivitäten Folklore- und Saz-Kurse (Saz - türkisches Saiteninstrument) angeboten. Auf diese Weise wird die kulturelle Vielfältigkeit der Türkei an die in Deutschland heranwachsende Generation weitergegeben. Außerdem bieten einige Gemeinden Theatergruppen an.
ATİB Bücherclub Um ihren Mitgliedern und der Öffentlichkeit Bücher über Themen aus dem Islam, der türkischen Kultur und auch allgemeiner Art in türkischer, deutscher und anderen Sprachen zur Verfügung zu stellen, gründete die ATIB einen Bücherclub. ATIB verfügt über ein umfangreiches Archiv, unter anderem in den Themenbereichen: Bildung, Kultur, Minderheitenpolitik, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, Theologie, Soziologie.
Sportliche Aktivitäten Um die Freizeit der Jugendlichen besser zu gestalten, werden in den Mitgliedsgemeinden sportliche Aktivitäten angeboten. Darunter befinden sich Sportarten wie Fußball, Basketball, Volleyball, Karate und Ringen. Das jährliche ATIB-Fußballturnier ist ein Anlass für Jugendliche verschiedener Nationalitäten sich näher kennen zu lernen.
Kundgebungen Die ATIB beteiligt sich nur bei unbedingt genehmigten Kundgebungen, wie z.Bsp. gegen Völkermord, Rassismus, Ausländerfeindlichkeit oder Menschenrechtsverletzungen.
Hilfsaktionen Wir leben alle in einer Welt. Die Lebenssituation der Menschen in den Entwicklungsländern berührt uns alle. Wir alle haben Verantwortung für die Notleidenden dieser Welt. Das entspricht auch unserer religiösen Verantwortung. Die Hilfestellung für diese armen Menschen und Bedürftigen gehört fast zu den alltäglichen Aktionen der ATIB. Besonders hervorheben lassen sich hier die Hilfsaktionen fürAfghanistan, Palästina, Albanien, Berg-Karabach, Tschetschenien, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina, Somalia, Eritrea und die Krim und für die Betroffenen des Erdbebens in Erzincan und im Marmaragebiet der Türkei. Eine weitere Hilfsaktion ist die Gewährleistung von Studiumsstipendien für bedürftige Studenten in Deutschland, Palästina, Mazedonien, Bosnien, Aserbaidschan, der Türkei. Zu diesem Zwecke arbeitet die ATIB eng mit der Stiftung Türkisch-Islamischer Hilfe, wie auch dem Muslimischen Hilfswerk (MHW) zusammen.
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In den 60`er Jahren immigrierten viele Türken in die westeuropäischen Staaten, unter anderem nach Deutschland ein. Wie Max Frisch sagte, wurden zwar nur Arbeitskräfte angefordert, es kamen aber Menschen mit eigenen Kulturen, Sozialstrukturen und Familien.
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