Erbauliches aus unserer Geschichte
DIE DEMUT DES SULTANS ABDÜLAZİZ
Der osmanische Sultan Abdülaziz Han war gegenüber unserem Propheten (s.a.v.) ausgesprochen ehrfürchtig. Jedesmal wenn aus der erleuchteten Stadt Medîne ihn ein Brief ereilte, erneuerte er seinen Abdest (die rituelle Waschung), küsste diesen und hielt ihn auf seine Stirn, indem er sagte,
“Darauf ist der Staub Madinas.” Dann erst ließ er seinen Sekretär daraus vorlesen.
Einmal lag er krank in seinem Bett, als ein Gesuch eines Einsiedler aus Medine eintraf. Der Sultan darauf:
“Hebt mich SOFORT aus meinem Bett! Ich muss mir die Wünsche aus Haremeyn im Stehen anhören. Die Wünsche der Nachbarn des Propheten (s.a.v.) darf man sich nicht anhören, während man die Beine ausstreckt.”
HALÎFE-İ ÂZAM
Ein Reisender zur Zeit Sultan Abdülhamid Han II., Alfred Lomater, hat folgende Erinnerung an den Kalifen der Muslime:
“Letztes Jahr, während meines Aufenthalts an der Koromandelküste in Indien, jenem Land, wo die Berühmtheiten Europas für ungewisse Zeit zu bleiben pflegten, habe ich etwas über die außergewöhnliche Kraft, die den Titel “Emîru’l-mü’minîn” besitzt, erfahren.
Zu jener Zeit erforschte ich die Iraner und die Inder. Jeden Morgen kam ein greiser Moslem um mir Unterricht zu geben. Ein edelmütiger, alter Mann, der seine Lehrerrolle einige Minuten lang mit Ruhe und Vorsicht ausführte und bei mir stets eine kindliche Neugierde hervorbrachte...
Einmal fragte er mich: “Waren Sie in İstanbul?” Auf mein “Ja!” folgte ein “O! Dort lebt ein sehr ehrwürdiger Sultan. Konnten Sie ihn zufällig sehen?”
“Ja”, sagte ich, “an einem Freitag, als er sich in der großen Moschee aufhielt, habe ich ihn während der Begrüßungszeremonie gesehen.”
Auf meine für mich sehr gewöhnlich wirkenden Worte, richtete sich der Greis plötzlich auf seinem Stuhl wieder auf und musterte mich durch seine Brille von Kopf bis Fuß, als ob er mich das erste Mal sähe. Überaus aufgeregt und sprachlos, brachte er nur folgende Worte aus sich heraus:
“Sie haben Halîfe-i âzam gesehen!”
Absofort war ich nicht mehr der Gleiche in seinen Augen. Denn ich habe die Ehre gehabt den Kalifen zu sehen und diese Ehre genügte, um mich mit einer geradezu heiligen Aura umgeben zu betrachten.
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Welch eine Paradoxie... Die
Welch eine Paradoxie...
Die eine Seite lebt in den "heiligen Orten" im Hedschas, zerstören die Grabmäler und Gräber von Prophetenverwandten oder seinen Anhängern (ashâb) und stellen somit eine übertriebene Respektlosigkeit dar, die andere Seite lebt weit weg von Mekke-i Mükerreme und Medîne-i Münevvere, lässt das Feuer der Sehnsucht tief in seinem Inneren brennen und würde alles dafür aufopfern, um zum Volk und der Ethnie anzugehören, worin der Prophet (s.a.v.) aufgewachsen und gelebt hat und erweist wo es auch geht einen solchen Respekt sogar einem Staubkörnchen, dass aus diesen Orten kommt.
Wie grotesk die eine Seite, wie vorbildlich die andere Seite...
Vesselâm
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