Was bedeutet der Ramazân-ı Şerîf für mich?
Hoşgeldin yâ şehr-i Ramazân - Herzlich willkommen oh gesegneter Monat Ramadan. Sultan der 11 Monate, Segen des ganzen Jahres. Jedes Jahr ist er ein Grund für die Freude wegen der spritiuellen Disziplin.
Wir alle kennen dieses mulmige Gefühl wenn wir in die heiligen 3 Monate eintreten (Receb, Şâbân, Ramadan). Der Monat Receb ist schon ein Zeichen dafür, dass es nicht mehr lange hin ist, bis der Ramazân-ı Şerîf da ist und wir alle fasten werden. Gefühlsschwankungen umhüllen meinen Körper. Es ist ein Befinden zwischen Freude und Trauer. Freude für die schön zu verbringende Zeit mit Familie, Freunden und Bekannten; Trauer wegen der Trennung von der wohlhabenden Lebensweise, an den man sich das ganze Jahr über gewohnt hatte. Je näher der Tag des 1. Ramazân-ı Şerîf rückt und das Sommer-Wetter hitziger und die Tage länger werden, umso mehr gerate ich in Zweifel, ob ich es schaffen werde, über 16 Stunden nichts zu essen und zu trinken.
Als die Vorboten Receb und Şâbân vorüber sind und der erste Tag für das Terâvîh-Gebet an der Türe klopft, richtet man sich seelisch und körperlich für den ersten Tag des ersehnten Ramazân-ı Şerîf. Man hat Semesterferien, schlief bis jetzt aus und konnte tagsüber essen, was das Herz begehrt. Nun ist es soweit, das sich dies ändert. 3:30 in der Nacht fällt es mir sehr schwer aufzustehen. Ich überhöre bewusst den Wecker und lausche halb im Schlaf der Fehde zwischen meiner niederen Triebseele (nefis) und meinem Verstand. Durch Allâhs Hilfe siegt schließllich meine gutgesinnte Hälfte und ich richte mich aus dem Bett, um etwas als sahur einzunehmen. Was ich nun esse, soll mir Kraft geben für den ganzen Tag.
Aber die Kraft kommt von ganz woanders. Der Monat Ramadan birgt in sich eine unfassbare mâneviyât und Allâh's Beistand, so dass ich staune, wie unerwartet leicht es mir doch fällt, das Fasten zu vollbringen. Das Fasten bedeutet für mich in diesem Monat nicht nur das Verzichten auf das leibliche Wohl, sondern der Verzicht auf alles, was meine 5 Sinne verwöhnt.
- Geschmackssinn: Ich faste mit meiner Zunge; Nebst dem Verzicht auf das leibliche Wohl hüte ich sie vor Lügen, Fluchwörtern, übler Nachrede und Streitereien und versuche sie mit Gottesgedenken (zikir) und der Rezitierung aus dem Koran zu beschäftigen
- Hörsinn: Ich faste mit meinem Ohr, in dem ich versuche, es von allen Sachen fern zu halten, denen der Islam verboten hat zuzuhören.
- Tastsinn: Ich faste mit meinen Händen und Füßen, indem ich sie von unrechtmäßigen Orten fernhalte
- Geruchssinn: Ich faste mit meiner Nase, in dem ich meine nefis durch das Riechen von wohlschmeckenden Gerüchen erziehe.
- Sehsinn: Ich faste mit meinen Augen, indem ich versuche nicht auf Sachen zu schauen, die mit Allâh-ü Teâlâ verboten hat.
Die Verinnerlichung dieses Konzepts bietet mir eine feste Basis, worauf ich den ganzen Monat drauf aufbauen kann. Man hat damit einen Sinn für das Fasten erschlossen und ein Ziel vor Augen nach dem man strebt. Statt ziellos umherzuschwirren und das Fasten als Diät zu sehen, bietet diese Denkweise eine sinnbringende Alternative.
Da ich noch einiges dazu schreiben könnte, was der Monat Ramazân für mich bedeutet, wollte ich nur auf diesen Aspekt meinen Fokus setzen und euch liebe Leserinnen und Leser dazu animieren, ebenfalls nach einem Sinn zu suchen, was euch selbst dazu verleitet, sich während des Fastens und während des ganzen Monats über, wohl fühlen lässt
Dieser Blogeintrag wurde verfasst im Rahmen der Ramadan Wochenblogs, initiiert von Omar von TooMuchCookies, Ferit von MYUMMA und Kübra von ein fremdwoerterbuch.
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Der Kommentar für die erste
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