Selim I. (1512 - 1520)

   
Nummer: 9
Name: Selim I.
Regierungszeit: (1512 - 1520)
Geburtsdatum: 10.10.1470 (Amasya)
Vater: Bayezid II.
Mutter: Gülbahar Hatun
Söhne: Süleyman I.
Töchter: Hatice Sultan
Fatma Sultan
Hafsa Sultan
Şah Sultan
Todesdatum: 22.9.1520 (Edirne)
Biographie:
Selim I. war 1512 bis 1520 Sultan des Osmanischen Reiches. Der als nachgeborene Sohn nicht als Thronfolger vorgesehene Selim konnte sich auf eine breite Gefolgschaft im Heer stützen und sich gegen seinen Vater Sultan Bayezid II. erheben. Obwohl seine Truppen 1511 von denen seines Vaters geschlagen wurden, gelang es Selim, Bayezid 1512 zu entmachten. Am 25. April 1512 rief Selim sich zum Sultan aus. Durch den Tod seines Vaters kurze Zeit darauf kam der Verdacht auf, dass Selim ihn vergiftet habe. Um die Thronfolge für sich und seinen Lieblingssohn Süleyman zu sichern und einen internen Krieg um die Thronfolge zu verhindern, ließ er seine Brüder, Neffen, und vier seiner Söhne umbringen. Als strengläubiger Sunnit verfolgte er die schiitische Glaubensichtung. Nach Schätzungen kamen bei Religionskämpfen auch bis zu 40.000 Schiiten und Aleviten ums Leben. Das schiitische Persien unter Schah Ismail I. fasste dies als Provokation auf. Im folgenden Krieg, besiegte Selim die Perser 1514 in einer entscheidenden Schlacht, der Schlacht von Chaldiran. Selim nahm zusätzlich den Schah-Titel an und unterwarf kurz darauf auch das Zweistromland und Kurdistan. Danach wandte er sich den in Ägypten herrschenden Mamelucken zu. In einem groß angelegten Feldzug vertrieb er sie 1516 und 1517 zunächst aus Syrien und Palästina, um dann das mameluckische Heer vor Kairo zu schlagen und am 22. Januar 1517 die ägyptische Hauptstadt zu erobern. Damit war die Ära der Mamelucken beendet. Schnell brachte Selim den Rest Ägyptens unter seiner Kontrolle. Kurz darauf unterwarf sich nahezu die gesamte arabische Halbinsel seiner Herrschaft. Selim I. wurde dadurch Herrscher über die heiligen Stätten des Islam (Mekka und Medina). Der letzte Kalifen der Abbasiden-Dynastie übergab ihm den Titel des Kalifen und die damit verbundenen Insignien (wie das Schwert und den Umhang des Propheten). Seitdem waren die osmanischen Sultane zugleich auch die Kalifen. Nachdem nun ein Großteil der islamischen Welt unter osmanischer Oberhoheit stand, begann Selim, eine Expedition gegen Rhodos vorzubereiten. Er erkrankte aber und starb im neunten Jahr seiner Regentschaft, unweit des Ortes, an dem er die Truppen seines Vaters angegriffen hatte. Selims militärische Erfolge beruhten auf einer Reform des osmanischen Heeres. So ließ er die Artillerie modernisieren, brach die Macht der Janitscharen und begann mit dem Aufbau einer eigenen Flotte. Mit seinen reformen legte er den Grundstein für die osmanischen Erfolge gegen die europäischen Mächte in den folgenden Türkenkriegen. Als Selim Sultan geworden war, war das Osmanische Reich 2.375.000 Quadratkilometer groß. Acht Jahre später hatte das Osmanische Reich mit 6.557.000 Quadratkilometern die 2,8-fache Fläche. Selim wird als frommer Muslim und als überaus ehrgeiziger Herrscher beschrieben. Seinen viermonatigen Feldzug gegen Persien soll er gegen den Rat seiner Minister begonnen und einige von ihnen wegen ihrer Opposition gegen seine Pläne hinrichten lassen haben. Es heißt, dass er die Eroberung Indiens in Erwägung gezogen und als erster die Idee des Sueskanals überdacht habe. Da die Sklaven einen Ohrring trugen, soll Selim auch einen Ohrring getragen haben, zum Zeichen, dass er ein Knecht Allahs und Sklave seines Volkes sei.


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