| Biographie:
Süleyman I. (der Prächtige) war der berühmteste Sultan der Osmanen. Heutzutage bezeichnet die Geschichtsschreibung über das Osmanische Reich ihn mit der Zahl I.; insbesondere in der europäischen Literatur findet man aber auch einen Sohn Bayezid I. mit dieser Bezeichnung, da dieser von den europäischen Vasallen des Reichs als Sultan anerkannt wurde. Süleyman I. wurde 1495 als Sohn Selims I. in Trabzon geboren. Er war beim Tod seines Vaters (21. September 1520) Statthalter von Magnesia, dem heutigen Manisa. Als er die Herrschaft als osmanischer Sultan übernahm, gab er die durch seinen Vater eingezogenen Güter zurück und startete eine Kampagne zur Bestrafung und Disziplinierung der Staatsdiener. Süleyman war auf das Ableben seines Vaters, der den Beinamen "Yavuz", der Grimmige trug, sicher nicht vorbereitet, aber die Voraussetzungen für den Machtwechsel waren nicht schlecht: Er hatte keinen Bruder, mit dem er um die Herrschaft streiten musste. Er war in bester geistiger und körperlicher Verfassung. Sein Vater hatte durch die Eroberung Ägyptens dem Osmanischen Reich einen großem Machtzuwuchs beschert. Die Anerkennung als "Diener der beiden heiligen Stätten" durch den Scherifen von Mekka stärkte die religiöse Legitimität des osmanischen Herrschers. Die Verweigerung des bei einem Thronwechsel üblichen Tributs gab ihm den Vorwand zum ersten von 13 Feldzügen die er unternahm. Der erste führte gegen Ungarn, in dessen Verlauf er Schabatz, Semlin und 1521 Belgrad eroberte. Bereits 1520 wurde Roxelane seine vierte Gattin. Suleiman war ihr in Leidenschaft verfallen, weshalb er alles tat, was sie wünschte. Dies ging so weit, dass er seine erste Frau Mahidevran, zusammen mit seinem Sohn Mustafa ins Exil nach Bursa schickte. Seine zweite Frau, Gülfem, und seinen Sohn Mustafa ließ er erdrosseln. Damit hatten die Söhne von Roxelane das Anrecht auf den Thron. 1522 griff er die Insel Rhodos an, die nach sechsmonatiger Belagerung, am 25. Dezember 1522 kapitulierte und in Süleymans Reich eingegliedert wurde. Die verteidigenden Ritter des Johanniter-Ordens erhielten freien Abzug und siedelten sich 1530 auf Malta an (wo sie 1565 nochmals von Süleyman belagert wurden, diesmal allerdings erfolglos). Hierauf zog er im April 1526 mit 100.000 Mann und 300 Kanonen erneut gegen Ungarn. Am 29. August errang er den Sieg in der Schlacht bei Mohács, worauf am 10. September Pest und Ofen dem Sieger die Tore öffneten. Ungarn wurde zwischen dem Osmanischen und, zu einem kleineren Teil, dem Habsburgerreich aufgeteilt, was in der Folge zur Entwicklung der österreichisch-ungarischen Monarchie führte. Nach Unterdrückung eines Aufstandes in Kleinasien unternahm er zugunsten von Johann Zápolya, des Bans von Siebenbürgen, den eine Partei zum König gewählt hatte, 1529 einen dritten Feldzug nach Ungarn, nahm am 8. September Ofen und drang am 27. September mit 120.000 Mann bis Wien vor. Diese Erste Wiener Türkenbelagerung gab er aber nach einem Verlust von 40.000 Mann am 14. Oktober auf. Nun wandte sich Süleyman gegen Persien. Bereits im Herbst 1533 sandte er ein Heer unter Großwesir Ibrahim nach Asien, wo die Festungen Ardschisch, Ahlat und Van fielen und er am 13. Juli 1534 die persische Hauptstadt Tabriz einnahm. Auch Bagdad wurde noch am 4. Dezember des selben Jahres besetzt und von dort das eroberte Land organisiert. Währenddessen hatte Süleimans Flotte unter Khair ad-Din Barbarossa den Spaniern 1533 Koroni genommen und 1534 Tunis unterworfen, welches aber 1535 durch Karls V. Expedition wieder verloren ging. 1541 unterwarf Suleyman mehr als die Hälfte Ungarns, und Zápolyas Sohn musste sich mit Siebenbürgen begnügen. 1547 wurde ein fünfjähriger Waffenstillstand mit dem Habsburger Reich geschlossen, nach welchem Süleyman ein jährlicher Tribut von 50.000 Dukaten gezahlt wurde. Hierauf unternahm er einen zweijährigen Krieg gegen Persien und erneuerte 1551 den Krieg in Ungarn, wo erst 1562 ein Friedensabkommen zustande kam. Schon über 70 Jahre alt, brach Süleiman 1566 zu einem abermaligen Heereszug gegen Ungarn auf, starb aber während der Belagerung von Szigetvár am 5. September 1566. Auf dem Thron folgte ihm sein Sohn Selim II. Süleyman I. sollte in seiner 46- jährigen Regierungszeit, der längsten in der osmanischen Geschichte, persönlich an der Spitze von 13 großen Feldzügen stehen. Davon führten 10 nach Europa und nur 3 auf asiatisches Territorium, die Seekriege im Mittelmeer nicht mitberechnet. Süleyman beschließt die Periode der Blüte der osmanischen Herrschaft. Er gilt als der größte Sultan der Osmanen. In der osmanischen Überlieferung gilt er einerseits als Feldherr und Krieger, andererseits aber auch als weiser Gesetzgeber und Staatsmann. Unter seiner Herrschaft entstanden eine Reihe von Gesetzen, die Lücken in den Bestimmungen der Scharia ausfüllen sollten. In Istanbul ließ er zahlreiche prächtige Bauwerke errichten. Darüber hinaus verfasste Süleyman auch selbst Gedichte. Die Stadt Silêmanî im Irak ist nach Süleyman genannt worden.
|
Neueste Kommentare
vor 5 Wochen 2 Tage
vor 26 Wochen 6 Tage
vor 38 Wochen 3 Tage
vor 40 Wochen 1 Tag
vor 40 Wochen 1 Tag
vor 44 Wochen 4 Tage
vor 44 Wochen 4 Tage
vor 51 Wochen 4 Tage
vor 1 Jahr 1 Tag
vor 1 Jahr 1 Woche